Der Weltkrieg am 12. August 1916

DEUTSCHER HEERESBERICHT - ÖSTERREICHISCHER HEERESBERICHT

Deutsche Kriegsgefangene aus der Hölle der Sommeschlacht 1916
Deutsche Kriegsgefangene aus der Hölle der Sommeschlacht
Aufnahme vom 12. August 1916

Der deutsche Heeresbericht:

Fortschreitender Angriff in den Karpathen

Großes Hauptquartier, 12. August. 
Westlicher Kriegsschauplatz: 
Zwischen Thiepval und dem Foureauxwalde sowie bei Guillemont griffen starke englische Kräfte an. Nördlich von Ovillers und bei Pozières wurden sie im Nahkampf und durch Gegenstöße zurückgeworfen, nördlich von Bazentin-le-Petit und bei Guillemont scheiterten die Angriffe im Feuer der Artillerie. Infanterie und Maschinengewehre. Zwischen Maurepas und der Somme brach ein heftiger Angriff der Franzosen zusammen; sie drangen nordöstlich von Hem in ein kleines Grabenstückchen ein. 
Südlich der Somme mißlang ein feindlicher Teilvorstoß bei Barleux. 
Rechts der Maas sind in der Nacht zum 11. August Handgranatenangriffe nordwestlich des Werkes Thiaumont, gestern abend starke Infanterieangriffe gegen das Werk selbst unter schweren Verlusten für die Franzosen abgeschlagen. 
Südlich von Leintrey glückte eine deutsche Patrouillenunternehmung; es wurden Gefangene gemacht. 
Östlicher Kriegsschauplatz: 
Front des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg: 
Bei Dubczyczy am Strumien, westlich des Nobelsees und südlich von Zarecze griffen russische Abteilungen vergeblich an. Im Stochodbogen östlich von Kowel wurden bei einem Vorstoß 170 Russen gefangengenommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Starke feindliche Angriffe wurden beiderseits von Troscianiec (westlich von Zalocze) abgewiesen. Unsere Fliegergeschwader fanden in den letzten Tagen an der Bahn Kowel-Sarny und nördlich derselben in umfangreichen Truppenlagern wiederum lohnende Ziele, die sie ausgiebig mit Bomben belegten. Ein russisches Flugzeug wurde nördlich von Sokul im Luftkampf abgeschossen. 
Front des Generals der Kavallerie Erzherzogs Carl: 
Südlich von Zalocze wurde abends noch lebhaft gekämpft. Im übrigen ist es nördlich der Karpathen zu Infanterietätigkeit nicht gekommen. Die eingeleiteten Bewegungen vollziehen sich planmäßig. In den Karpathen nahmen wir in fortschreitendem Angriff südlich Zabic 700 Mann gefangen und erbeuteten 3 Maschinengewehre. Beiderseits der Höhe Capul sind deutsche Truppen ins Gefecht getreten. 
Balkan-Kriegsschauplatz: 
Die gestern wiederholten schwächlichen Scheinangriffe des Gegners südlich des Dojransees erstarben schnell in unserem Artilleriefeuer.

Oberste Heeresleitung. 1)

 

Der österreichisch-ungarische Heeresbericht:

Italienische Angriffe östlich von Görz abgewiesen

Wien, 12. August. 
Amtlich wird verlautbart:
Russischer Kriegsschauplatz: 
Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzogs Carl: 
Der Angriff der in den Karpathen kämpfenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen schreitet erfolgreich vorwärts. Sie nahmen dem Feinde 700 Gefangene und 3 Maschinengewehre ab. Südöstlich von Worochta versuchte russische Gegenstöße wurden restlos abgewiesen. 
Sonst kam es im Bereiche der Heeresfront des Erzherzogs nur mehr an der unteren Zlota-Lipa und südlich von Zalocze zu lebhafterer Gefechtstätigkeit. 
Heeresfront des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg: 
Die Armee des Generalobersten von Böhm-Ermolli schlug westlich von Zalocze mehrere starke Angriffe ab. Westlich von Kawzowka wurden bei einem Überfall auf eine feindliche Vorfeldstellung 170 Gefangene und 3 Maschinengewehre eingebracht. Südlich von Stobychwa brachen abermals russische Übergangsversuche zusammen. 
Italienischer Kriegsschauplatz: 
Im Abschnitt zwischen dem Meere und dem Wippachtale wurden mehrere Versuche der Italiener, sich unseren neuen Stellungen zu nähern, durch Feuer vereitelt. Auf den Höhen östlich von Görz schlugen unsere Truppen wieder einen starken Angriff ab und nahmen hierbei 10 Offiziere, 140 Mann gefangen. Der Monte San Gabriele und der Monte Santo stehen unter heftigem feindlichen Artilleriefeuer. 
An der Tiroler Front brachten uns kleinere Unternehmungen 89 Gefangene, darunter 5 Offiziere, und 1 Maschinengewehr ein.
Südöstlicher Kriegsschauplatz:
Nichts von besonderer Bedeutung.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Ereignisse zur See:
Seeflugzeuge haben in der Nacht vom 11. auf den 12. laufenden Monats die feindlichen Batterien an der Isonzomündung, die feindliche Flugzeugstation Gorgo und die Adriawerke bei Monfalcone sehr wirksam mit Bomben belegt. Sie kehrten trotz heftigster Beschießung unversehrt zurück. 

Flottenkommando. 1)

 

Der 1. Weltkrieg im August 1916

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TEXTQUELLEN:
1) Amtliche Kriegs-Depeschen
Nach Berichten des Wolff´schen Telegr.-Bureaus
5. Band
Nationaler Verlag, Berlin SW 68
(1916)

 

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